Studierende erforschen Hannovers Stadtklima
Die Urban Climate Challenge (UCC) ist ein innovatives Lehrformat im Bachelorstudiengang Umweltmeteorologie der Leibniz Universität Hannover. Jedes Sommersemester entwickeln Studierende des zweiten Fachsemesters eigene Messkampagnen, um stadtklimatologische Fragestellungen in Hannover zu untersuchen – von Luftschadstoffen in Straßenschluchten bis zur Wirkung des Maschsees auf das Mikroklima.
Am 14. Juli 2025 fand am Institut für Meteorologie und Klimatologie der Leibniz Universität Hannover die Abschlussveranstaltung der ersten Urban Climate Challenge (UCC) statt. Über 20 Studierende traten in fünf Teams gegeneinander an, um eigene meteorologische Messkampagnen in und um Hannover zu planen, durchzuführen, auszuwerten und zu präsentieren.
Die Urban Climate Challenge ist ein neu entwickeltes Projektmodul, das den Studierenden bereits im zweiten Fachsemester praxisnahe Einblicke in das Arbeiten mit Umwelt- und Klimadaten vermittelt. Dabei werden nicht nur wissenschaftlich fundierte Messungen durchgeführt, sondern auch Aspekte wie Teamarbeit, Zeitmanagement, Visualisierung und Präsentation geschult. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Förderprogramms Lehre an der LUH entwickelt und im Sommersemester 2025 erstmals durchgeführt.
Ablauf der Challenge
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Teamarbeit in Gruppen von bis zu fünf Personen.
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Messkonzept eigenständig entwickeln.
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Messungen mit stationären und mobilen SenseBox-Systemen:
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Stationär: feste Messpunkte im Stadtgebiet.
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Mobil: Fahrrad-Messstationen für flexible, raum-zeitlich aufgelöste Messungen.
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Auswertung der Daten und Visualisierung in Diagrammen.
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Präsentation in einer Abschlussveranstaltung vor einer Jury.
Fünf Teams, fünf urbane Herausforderungen
Jedes der fünf Studierendenteams widmete sich einer eigenen stadtklimatologischen Fragestellung. Ausgestattet mit mobilen und stationären Sensorsystemen führten die Gruppen über mehrere Tage hinweg Messungen im Stadtgebiet durch – häufig bei hochsommerlichen Bedingungen. Die Themen reichten von Temperatur-Hotspots bis zu Feinstaubkonzentrationen:
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Team 1: Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Hannover während eines sommerlichen Hitzetags
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Team 2: Der Einfluss des Maschsees auf seine Umgebung
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Team 3: Feinstaubkonzentrationen in der Vertikalen – ein Stadt-Land-Vergleich
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Team 4: Feinstaub in Hannover-Linden
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Team 5: Schadstoffausbreitung in innerstädtischen Straßenschluchten
Die Ergebnisse wurden in fünf professionell produzierten Screencasts zusammengefasst und im Rahmen der öffentlichen Abschlussveranstaltung präsentiert. Jede Präsentation wurde im Anschluss in einer zehnminütigen Diskussionsrunde vertieft, bei der auch kritische Nachfragen zur Methodik, Datenbasis und Interpretation gestellt wurden.
Beispiel: Der Einfluss des Maschsees auf seine Umgebung
Das Team platzierte drei Messstationen in unterschiedlichen Abständen zum Westufer des Maschsees (0 m, 100 m und 200 m Entfernung), um Temperatur- und Feuchteunterschiede zu dokumentieren. In einem ausgewählten Zeitraum hoher Hitzebelastung wurden entsprechende Daten gesammelt.
Die Abbildung verdeutlicht den Tagesgang der Temperatur an den drei Messpunkten im Vergleich zu zwei Referenzstationen des DWD.
Beispiel: Schadstoffausbreitung in innerstädtischen Straßenschluchten
Hier untersuchte das Team Unterschiede in den Feinstaubkonzentrationen (PM10, PM2.5) auf gegenüberliegenden Straßenseiten einer stark befahrenen Allee. Die Ergebnisse belegten geringfügig höhere Mittelwerte auf der dem Verkehr stärker ausgesetzten Straßenseite und zeigten den deutlichen Einfluss des Berufsverkehrs.